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Ceija Stojka - Portrait einer Romni -
Pressestimmen
 
Karin Bergers Dokumentarfilm ist das behutsame Portrait einer außerordentlichen Frau, zugleich aber auch eine Erkundung der (Leidens-)Geschichte der Roma. Exemplarisch steht hier die Biographie einer Einzelnen für die eines ganzen Volkes: Aufgerollt wird damit aber auch ein immer noch unterbelichtetes Kapitel in der Historie Österreichs.
Den Film zeichnet eine eindringliche Nähe zu seiner Protagonistin aus, man erhält Einblicke in ganz intime Situationen des Alltags einer Frau und ihrer Familie, in dem sich immer wieder Gelegenheiten finden, zurückzublicken, sich zu erinnern. Impressionen aus der Zeit, in der Ceija Stojka mit den Wohnwagen durchs Land zog, finden in Autofahrten, die den Film durchziehen, eine visuelle Entsprechung. Erinnerungen manifestieren sich auch in ihren Malereien, mit denen sie bereits in die Öffentlichkeit getreten ist. Auf diesen Bildern verweilt die Kamera ebenso wie auf Fotografien ihrer Jugend. (...)
Dominik Kamalzadeh, DER STANDARD

Mit großer Besonnenheit tastet sich Karin Berger über die Erinnerungen an ein persönliches Schicksal und zugleich an die dramatische Vergangenheit der in Österreich lebenden Roma heran. Als Rahmen für ihre (mit einzigartigem Archivmaterial bestückten) biographischen Erkundungen wählt sie das Jetzt und Hier: die in liebevoller Beobachtung geweckte Faszination für das gegenwärtige Erscheinen und Schaffen dieser Frau. Bergers Interesse an der bestürzenden Vergangenheit der ehemaligen KZ-Insassin zeigt sich somit nie losgelöst von Stojkas Präsenz - als charismatische Frau im Kreis ihrer Familie, als eifrige Köchin, als Bild oder Stimme gewordene Künstlerin. "Eigentlich könnten die 'Gadje' von uns lernen", merkt Stojka einmal ohne Ressentiment gegen die Seßhaften an. Mit ihrem feinsinnigen Portrait läßt Karin Berger erkennen, daß sie diese Aussage ernst genommen hat.
Robert Buchschwenter

Lediglich Ceija Stojka selbst ist in der Lage, mittels ihrer Erzählungen, Lieder und Zeichnungen Zeugenschaft abzulegen über das Dasein als "Zigeunerin", das geprägt ist von Vorurteilen, Ausgrenzung, Verfolgung, Deportation bis hin zum systematischen Massenmord durch die Nazis. (...)
Doch das "Leben im Verborgenen" ließ sie längst mutig hinter sich: (...) Ihre Wohnung, vollgeräumt mit Erinnerungen, strahlt Wärme, Geborgenheit und helle Freundlichkeit aus. Wenn sie ihre Bilder in kräftige Farben taucht, beginnt ihr Gesicht zu strahlen. Dem Unfaßbaren läßt sich wohl nicht anders beikommen als mit diesem unvergleichlichen Lächeln voller Traurigkeit.
Brigitte Mayr, FALTER

W
enn Ceijas Enkelin erzählt, daß sie als "Zigeunerin" oft argwöhnisch betrachtet wird und sich rechte Sprüche anhören muß, oder wenn Ceija in einer der stärksten Familienszenen ihren Kindern und Enkeln die einzigen Fotos ihrer Familie - aufgenommen von der "Rassenhygienischen Forschungstelle des Reichsgesundheitsamtes" - zeigt, fällt einem unweigerlich ein Satz von Ceija ein: "Die Angst ist immer in uns."
Barbara Zwiefelhofer, APA

Ceija Stojka ist der Name der ersten österreichischen Romni, die an die Öffentlichkeit trat und ein Buch über ihre schrecklichen Erfahrungen während der Internierung im KZ Auschwitz schrieb. (...) Aber die Leiden hörten nicht mit Kriegsende auf: in der unmittelbaren österreichischen Nachkriegsgesellschaft waren die Zigeuner weiterhin schlecht angesehen. Sogar heute noch - wo alle seßhaft geworden sind - erscheinen sie vielen durch ihr "Anderssein" unbequem. In diesem Sinne verkörpert die Protagonistin dieses Filmes mit ihrer persönlichen Tragödie die Erinnerung eines Volkes, dessen Spur sich verlor, dessen Geist aber auf den europäischen Straßen weiterlebt.
Antonio Mariotti, Corriere del Ticino
   
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